Gesamtschule Osterfeld

Schule kultureller Vielfalt
 

Zwangsarbeiter-Enkel besucht GSO

  

Bewegende Begegnung an der Gesamtschule Osterfeld (GSO) – mit Sergej Wassiljew war der Enkel eines Zwangsarbeiters des Lagers Osterfeld zu Gast.

 „Willkommen an unserer Schule!“ Das rief GSO-Leiter Carsten Kühn am Donnerstag einem besonderen Gast in der Aula entgegen, denn dort nahm mit Sergej Wassiljew der Enkel eines gleichnamigen Zwangsarbeiters Platz, der im Zweiten Weltkrieg in Osterfeld schlimme Jahre erlebte.

Seit Jahren befassen sich die Schüler der Gesamtschule Osterfeld (GSO) engagiert mit dem Schicksal jener Menschen, die von 1942 bis 1945 im Zwangsarbeiterlager der GHH gegenüber der Zeche Osterfeld untergebracht waren. Tausende Kriegsgefangene, vor allem aus der Sowjetunion, erlitten dieses Schicksal. Am Donnerstag kam es nun zu einem bewegenden Besuch des Enkels an der Schule.

Erinnerung an schwere Zeit wach gehalten

Im Mai 2015 hatten die Osterfelder erstmals Kontakt zu dem Enkel geknüpft, im September 2016 erfolgte dann eine erste Antwort und Anfang 2017 signalisierte Sergej Wassiljew: „Ich komme.“ Nun ist ist für ein paar Tage mit Ehefrau Anna und Tochter Maria in Oberhausen zu Gast. „Mein Großvater hat über seine schwere Zeit als Zwangsarbeiter immer wieder gesprochen“, berichtete der Enkel. Sein Opa habe die Erinnerung an jene Zeit wach halten wollen. Umso begrüßenswerter sei es, dass nun die Gesamtschüler sich des Themas angenommen hätten und das Schicksal der Zwangsarbeiter in Osterfeld aufarbeiteten.


Zwangsarbeiter Sergej Wassiljew, der 2007 leider in Russland verstorben ist, wurde im Juni 1942 von deutschen Soldaten gefangengenommen. Nach einer Zwischenstation in der Nähe von Recklinghausen kam er ins Osterfelder Lager, wo er bei karger Verpflegung und rigider Behandlung harte Arbeit für die GHH verrichten musste. An all diese Begebenheiten erinnerten die Schüler auch bei einer Interkulturellen Friedensfeier mit vielen Beiträgen. So sah man Ausschnitte aus einer Film-Dokumentation, die im Projektkurs Geschichte entsteht: „Osterfeld – (K)Ein Ort Guter Hoffnung?“ Musik und weitere Programmpunkte rundeten das Programm ab.

Mit Ausstellung „,Russenlager’ und Zwangsarbeit“

In der Aula war die Ausstellung „,Russenlager’ und Zwangsarbeit“ des Berliner Vereins „Kontakte-Kontakty“ zu sehen. Anschließend weihten die Schüler am Gedenkort an der Malzstraße ihre Kunstinstallation „Nie wieder!“ ein und pflanzten Blumen. Auch Hermann-Josef Schepers von der KAB, der das Schulprojekt seit Jahren mitbetreut, war dabei präsent.

Schepers hat den russischen Gästen auch bereits ein wenig Oberhausen gezeigt – am Wochenende soll’s nun nach Köln gehen.

WAZ-Artikel vom 6.04.2017
Zwangsarbeiter.pdf (339.78KB)
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