Gesamtschule Osterfeld

Schule kultureller Vielfalt
 

Besuch der 10h in der Lichtburg

  

Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen und das Jugendparlament Oberhausen luden ein und zeigten ein Filmprogramm zwischen Schnittfeld Politik und (Kurz-)Film: “Das Andere sehen.“ Mitglieder des Jugendparlamentes stellten eine provokante und thematisch vielfältige Auswahl an Kurzfilmen vor – ein Programm von Jugendlichen für Jugendliche, sorgfältig kuratiert und entsprechend von und mit Jugendlichen moderiert und diskutiert.

 

Können Filme politisieren?

Dieser Frage gingen wir, Schülerinnen und Schüler der 10h, am Donnerstag, den 21. September 2017 in der Lichtburg nach. Dort schauten wir uns Kurzfilme, die von einer Kinder- und Jugendjury u.a. Mitglieder des Jugendparlaments Oberhausen im Mai ausgesucht wurden, zu verschiedenen relevanten Gesellschaftsthemen an.

Es wurden Kurzfilme aus aller Welt in fünf unterschiedliche Themenblöcke vorgeführt. Zu den Themen „Nationalsozialismus/Rassismus, Umwelt, Unwohlsein, Flüchtlinge sowie unterschiedliche Aspekte des Alltags wie Kinderarmut, Homophobie“ an.  Anschließend gab es eine Diskussion mit den Mitgliedern des Jugendparlaments über die Wirkung der Filme. Zugegeben wir haben uns nicht direkt an der Diskussion beteiligt. Aber anschließend im GL-Unterricht diskutierten wir noch ausführlich über die Machart und Aussagen der Filme.

Am meisten Zuspruch unsererseits erhielt der französische Beitrag mit dem Titel „Shoppen“ zum Gesellschaftsthema „Kinderarmut“. In dem Film stiehlt ein Junge im Alter von ca. 12 Jahren für seine Mutter eine Packung Haarfärbemittel und wird dabei erwischt. Uns gefiel, dass die Thematik in Spielfilmform umgesetzt wurde und dass am Ende der junge Dieb freigelassen wurde.

Es gab aber auch Filme mit deren Machart wir nichts anfangen konnten. So blieb uns die Message des litauischen Beitrags, in dem als Leitmotiv ein Männerkopf zu sehen und Gesang in litauischer Sprache zu hören war, doch sehr verborgen. Klar war uns, dass es um das Thema „Umwelt“ ging, aber da es keine Untertitel gab, wusste man auch gar nicht, was der Mann mit seiner Performance sagen wollte.

Der Film mit den Schweinen im Spielautomat zum Thema „Umwelt“ verursachte bei uns zunächst ein Fragezeichen auf dem Gesicht. Nach längerer gemeinsamer Überlegung sind wir dazu gekommen, dass eventuell die Kritik an der Massentierhaltung eine mögliche Aussage sein könnte.

Die Umsetzung des Themas „Magersucht“ rief bei uns einen gewissen Ekel hervor. Denn ein ausgebrochener Burger, der dann wieder gegessen wird, ist wirklich kein schöner Anblick. Aber die Aussage ist deutlich herübergekommen.

Jetzt möchten wir noch über einige Filme sprechen, die uns auf verschiedenste Weise beeindruckt haben. Die Zeichtrickanimation „Der Duft der Geranien“ mit einer Erzählerin im Hintergrund war aufgrund ihrer Machart und der Kritik sich an die Gesellschaft anpassen zu müssen, mit in der engeren Auswahl für unseren persönlichen Lieblingsfilm. Doch auch der Zeichentrickfilm zum Thema „Flüchtlinge“ hinterließ bei uns Eindruck und brachte uns zum Nachdenken.

Allerdings der Kurzfilm in Spielfilmform, der den meisten gefiel und am meisten bei uns zum Streitgespräch führte, war „Filip“, ein skandinavischer Beitrag, in dem es um einen kleinen Jungen ging, der entdeckte, dass sein großes Vorbild, sein großer Bruder, homosexuell war. Zunächst hatte der Junge damit Probleme, doch dann akzeptierte er die Homosexualität seines Bruders. Während der Kinoverstellung gab es abwertende Bemerkungen anderer Kinobesucher zu der Kussszene zwischen den beiden jungen Männern. Das zeigt, dass Homophobie ein aktuelles Thema ist. Damit kommen wir zu der Ausgangsfrage: „Können Filme politisieren?“ Wir sagen ja und vor allem regen sie zum Nachdenken und Diskutieren an.