Gesamtschule Osterfeld

Schule kultureller Vielfalt
 

Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald/Weimar

Am 28.01.2018 haben wir uns mit dem Geschichts-Leistungskurs und dem Geschichtsprojektkurs nach Weimar auf gemacht. Begleitet haben uns zwei sehr nette Lehrer, Frau Wilmer und Herr Reinders. Angekommen in Weimar haben wir uns am nächsten Tag direkt zu unserem Hauptziel begeben: zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald in Thüringen.

Vor Ort hat uns ein junger Mann durch das ehemalige Konzentrationslager geführt und uns viele Fragen beantwortet. Zuerst sind wir in einen Seminarraum, ein früheres Gebäude des Kommandanten, gegangen. In dem Gebäude haben wir die meiste Zeit verbracht und wurden darüber informiert, wie das KZ zur Zeit des Nationalsozialismus aussah. Denn heutzutage sind viele Gebäude nicht mehr vorhanden oder Bereiche des Geländes durch den Wald zugewachsen. Allerdings waren wir in fast allen Gebäuden, die noch so dort standen wie damals. Unter anderem waren wir in einem Gefängnis, in dem u.a. ein Pfarrer ein Insasse war, der als Märtyrer gestorben ist. Er sollte zwei Mal aus dem KZ entlassen werden, jedoch unter der Bedingung, nichts über die Umstände im Lager zu berichten. Er willigte nicht ein und starb. In einem Aussichtsturm waren wir auch. Von dort konnte man fast das ganze Gelände der Gedenkstätte überblicken. Der wohl schlimmste Ort bzw. das schlimmste Gebäude war das Verbrennungsgebäude. Nicht nur, dass es ein schlimmer Ort war, die Hintergründe waren um einiges schlimmer. Die toten Gefangenen wurden dort unter unwürdigen Bedingungen verbrannt.

Um den Opfern des Konzentrationslagers zu gedenken, hat ein Künstler ihnen ein Kunstwerk gewidmet. Er gestaltete eine Stahlplatte, auf der die Herkunftsländer der Opfer draufstehen. Aber das Schönste an dem Kunstwerk ist, dass man auf die Platte seine Hand legen kann und Wärme verspürt. Um genau zu sein 36 Grad, die Körpertemperatur eines Menschen. Nicht nur, dass man sich zum einen so vor den Opfern verbeugt, sondern auch zum anderen noch die Opfer als Menschen betrachtet, weil sie im KZ als diese nicht angesehen wurden.

Von diesem nicht so schönen Ort abgesehen waren wir, aber noch in der Stadt Weimar. Denn Weimar ist nicht nur für das Konzentrationslager Buchenwald bekannt, sondern auch für die Stadt der Künstler Goethe, Schiller, Cranach der Alte und viele mehr. Wir waren im Goethemuseum, in seinem Wohnhaus und haben eine Stadtführung gemacht. Viele Orte der Stadt sind mit Goethe, seinen Werken und seiner Biografie verbunden.

Es war eine sehr lehrreiche und interessante Fahrt und es war um vieles besser, als man sich das vielleicht vorstellen mag. Denn, wenn man von der Stadt Weimar hört, erscheint es einem langweilig. Doch der Besuch zeigte, dass es viel mehr ist als das. Die Möglichkeit Dinge vor Ort zu erleben, machte einen nachdenklich. Die Gleichgültigkeit, die man teilweise hat, wenn man an Konzentrationslager denkt, ist nicht mehr, wie vorher. Man denkt über die Geschehnisse nach und es geht nicht mehr an einem vorbei. Genauso ist es auch mit der Stadt. In der Schule liest man Werke von Goethe oder Schiller, macht sich aber gar nicht klar, wer diese Menschen überhaupt waren. All das bringt diese Stadt einem sehr nahe, weshalb die Fahrt interessant und lehrreich war. Es ist nur zu empfehlen, wenn sich die Gelegenheit bietet, an dieser Fahrt teilzunehmen.